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Donnerstag, 21.03.2019

Wittringen Marathonbahn Beleuchtung

©Michael Korn

Dissens besteht bei der Beleuchtung der Marathonbahn, die von der SPD befürwortet und von den Grünen abgelehnt wird.“ Und weiter heißt es dann in der Vereinbarung der Bündnispartner: „Man einigt sich auf eine Minimierung der negativen Folgen durch entsprechende Leuchtgestaltung (z. B. bodennahe Anordnung; Natriumdampfniedrigdruckleuchten, Lichtpegel ausschließlich nach unten) und Beschränkung der Leuchtzeiten auf die Monate Oktober bis April (bis max. 22 Uhr).“ Es soll also ökologischen Aspekten bei der Detailausführung des Projekts konkret Rechnung getragen werden.Quelle WAZ GLA 30.03.2010 Die Artenschutzrelevanten Bereiche wie Lichtkegel nach unten und bodennahe Beleuchtung sind hier nicht umgsetzt worden!

Licht aus im Nordpark

Wasserfledermaus ©Michael Korn

Der Rundweg im Gladbecker Nordpark soll laut WAZ vom 28.11.2018 beleuchtet werden. Was bei oberflächlicher Betrachtung zunächst sinnvoll erscheinen mag, wäre jedoch für viele nachtaktive Tiere eine einzige Katastrophe. In den ohnehin stark beleuchteten Großstädten bieten heutzutage nur die noch unbeleuchteten Parks und Gärten eine Rückzugszone für Eulen, Fledermäuse und Co. Auch tagaktive Tiere, wie Vögel und Eichhörnchen sind auf solche unbeleuchteten Ruhezonen angewiesen, damit ihr Bio-Rhythmus nicht völlig durcheinander gerät. Aus naturschutzfachlicher Sicht stören künstliche Lichtquellen die Lebensabläufe und Lebensgemeinschaften sämtlicher Lebewesen auf Dauer, auch die des Menschen. Die Folgen der künstlichen Beleuchtung wären ein massiver Artenschwund z.B. von Vögeln und Fledermäusen, von Biodiversität schlechthin. Für uns Menschen ginge wieder ein Stück Natürlichkeit für immer verloren. Von Seiten des Ingenieuramtes der Stadt Gladbeck als Planungsbehörde ist eine Diskussion und Einmischung von Bürgern nicht gewollt: Die Artenschützer werden in arroganter Weise belächelt und deren Bedenken mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis für die Menschen abgetan. Ganz nebenbei werden somit die geltenden Gesetze des Natur- und Artenschutzes mit Füßen getreten und ausgehebelt. Die Geringschätzung der verbleibenden naturnahen Zonen und der Menschen, die sich ehrenamtlich für den Naturschutz einsetzen ist allgegenwärtig zu spüren und sollte uns allen zu denken geben. Wir Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen mit einem Recht auf „Lebensraum“. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen erholsamen Schlaf ohne Lichtverschmutzung durch Wegebeleuchtung.

Beitrag von der Fledermaushilfe in Gladbeck – Hannelore Eisenberg